Eine Debatte über Klimaanlagen wirkt zunächst banal. Es geht scheinbar um Geräte, Stromverbrauch, Komfort, überhitzte Klassenzimmer, Pflegeheime, Krankenhäuser oder Dachgeschosswohnungen. Tatsächlich aber berührt sie einen viel tieferen politischen Konflikt: Soll Klimapolitik weiterhin vor allem als moralisches Weltrettungsprojekt betrieben werden — oder endlich als konkrete Schutz- und Infrastrukturpolitik für die Bürger?Genau dieser Bruch wird derzeit in Frankreich sichtbar. Der Rassemblement national um Marine Le Pen hat mit seinem „Plan Clim“ einen groß angelegten nationalen Klimatisierungs- und Anpassungsplan vorgeschlagen. Aber das eigentlich Interessante ist: Auch die französische Regierung bewegt sich in dieselbe Grundrichtung. Nicht mit derselben politischen Sprache, nicht mit dem…
Kai Wegner ist zurückgetreten, Finanzsenator Stefan Evers soll übernehmen. Wer darin einen Neuanfang sieht, verwechselt den Fahrer- mit einem Kurswechsel. Denn das Problem der Berliner CDU war nie allein Wegner – es war und bleibt ihre Strategie.Evers ist nicht der Gegenentwurf zum bisherigen Senat, sondern dessen finanzpolitisches Herzstück. Er hat die schwarz-rote Politik der vergangenen Jahre nicht nur mitgetragen, sondern mitverantwortet. Ein Bürgermeister Evers wäre die personelle Fortsetzung genau jener Regierung, deren Arbeit nur eine Minderheit der Berliner überzeugt. Der Austausch an der Spitze löst kein einziges der Probleme, an denen Wegner scheiterte.Ein Wechselversprechen ohne DeckungIm Wahlkampf wird die CDU dennoch den großen Wechsel laut behaupten. Sie wird gegen Linke, geg…
Der polit-mediale Komplex in Berlin blickt auf den 3. Januar 2026: Wo war Kai Wegner während des großen Stromausfalls? Wann telefonierte er mit wem? Warum wurden Informationen zunächst zurückgehalten und schließlich erst unter öffentlichem und juristischem Druck vollständig offengelegt?Diese Fragen sind nicht belanglos. Wer eine Millionenstadt regiert, muss in der Krise präsent, erreichbar und wahrhaftig sein. Wer den Eindruck erweckt, er habe die Lage vom Arbeitszimmer aus fortlaufend koordiniert, obwohl am Vormittag keine dienstlichen Telefonate geführt wurden, beschädigt die Glaubwürdigkeit seines Amtes. Mit dem verschwiegenen Tennisspiel wird aus einem erklärbaren Fehler eine Affäre. Die Berliner CDU berät deshalb offen über Wegners Zukunft; ein Rücktrittsschreiben kursiert, Termine wu…
I. Der Vorgang: kein Verbot, aber ein gezielt gesetzter erster SchrittAm 7. Juli 2026 hat das Europäische Parlament (EP) mit 414 gegen 224 Stimmen bei 18 Enthaltungen die Authority for European Political Parties and European Political Foundations (APPF) aufgefordert zu prüfen, ob die Partei ESN “Europe of Sovereign Nations” (Europa der souveränen Nationen) die Registrierungs- und Förderbedingungen europäischer Parteien erfüllt. Formal ist das kein Verbot, sondern ein Verifikationsverfahren – und das Parlament betont selbst, dass die ESN-Partei rechtlich von der gleichnamigen Fraktion im EP zu trennen sei.[1] Diese Klarstellung ist korrekt, ändert aber nichts daran, dass hier zum ersten Mal seit Bestehen der neuen EU-Parteienverordnung ein solches Verfahren gegen eine rechte Dachpartei in G…
An diesem Wochenende war das Bündnis „widersetzen" mit dem Vorhaben gescheitert, den Bundesparteitag der AfD in Erfurt zu blockieren. Die „tageszeitung“ taz begleitete die entsprechende Mobilisierung mit einem 17-seitigen Schwerpunkt und einem programmatischen Essay ihres Politikredakteurs Tobias Bachmann: „Antifaschismus nach vorne denken: Wir können gewinnen." Der Text verdient Lektüre und eine Replik, weil er gnadenlos zeigt, wie das linksliberale Milieu über die AfD denkt — und was es deshalb – im eigenen blinden Fleck gefangen - nicht erkennen kann.Das taz-Narrativ: Die „antifaschistischen Kräfte" seien trotz aller Mobilisierungserfolge in Bedrängnis: Gestrichene Fördermittel, verschärfte Versammlungsgesetze, Neutralitätsdebatten an Schulen, Fahndungen nach militanten Antifas — und üb…
Die zentrale politische Unterscheidung der kommenden Jahre wird nicht lauten: Klimaschutz oder Klimaleugnung. Diese Alternative ist falsch gestellt. Sie ist die propagandistische Vereinfachung einer Politik, die aus einem komplexen naturwissenschaftlichen, technischen und stadtplanerischen Problem ein moralisches Herrschaftsprogramm gemacht hat. Die wirkliche Unterscheidung lautet: Klimaresilienz oder Klimarettungspolitik. Also: konkrete Anpassung an reale Belastungen — oder abstrakte Weltrettung durch Dekarbonisierung. Praktische Vorsorge — oder gesellschaftlicher Umbau im Namen einer CO₂-Monokausalität. Stadtphysik — oder Klimametaphysik.Resilienz bedeutet: Man nimmt Hitze, Trockenheit, Starkregen, Überflutung, schlechte Durchlüftung, überhitzte Quartiere und verletzliche Infrastruktur e…
Jeder hat das Zeichen schon hundertmal gesehen, ohne es je gelesen zu haben. Zwei kleine Fahnen, eine schwarz, eine rot, in einen Kreis gestellt und leicht nach links geneigt. Es klebt auf Jacken und Laptops, es weht auf Demonstrationen, es taucht in Reden des Bundestags auf. Wer es trägt, ist überzeugt, etwas ganz Selbstverständliches zu bekennen: Ich bin gegen den Faschismus. Wer könnte etwas dagegen haben?Genau hier beginnt das Missverständnis. Denn dieses Zeichen bekennt sich nicht zu einer Haltung. Es markiert eine Funktion. Und wer diese Funktion einmal verstanden hat, der versteht auch, warum in Deutschland im Jahr 2026 eine staatliche Behörde sich öffentlich „Antifa“ nennen kann, während dieselbe Behörde die gewaltbereiten Träger dieses Namens in ihren eigenen Berichten als l…
Am 16. Juni gab der Osservatore Romano seine Titelseite einer UNICEF-Warnung. Wer genau hinsieht, erkennt einen theologischen Vorgang – und einen Verrat.Eine Titelseite und ihr VerratAm 16. Juni 2026 widmete der Osservatore Romano, das Blatt des Heiligen Stuhls, seine erste Seite einem Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF: „Il cielo sopra i bambini“, der Himmel über den Kindern. Die Hälfte aller Kinder der Welt, so die Botschaft, sei „täglich bedroht“ durch extreme Klimaereignisse; das Heilmittel folge der bekannten Liturgie – Emissionssenkung, Fossilausstieg, „gerechter Übergang“ zu den Erneuerbaren.Der Widerspruch ließ nicht auf sich warten; ein amerikanischer Kommentator, Frits Byron Soepyan, warf dem Blatt Panikmache vor und hielt ihm Daten entgegen, auf die ich noch komme. Doch sein sc…
Kaum ein Molekül ist politisch so aufgeladen wie Kohlendioxid. In der öffentlichen Debatte erscheint CO₂ fast nur noch als Schadstoff, als Klimagift, als unsichtbarer Feind, der angeblich die Zukunft des Planeten bedroht. Diese Verengung ist wissenschaftlich, historisch und politisch problematisch. Denn CO₂ ist nicht der Gegenspieler des Lebens. Es ist eine seiner Voraussetzungen.Ohne Kohlendioxid gäbe es keine Photosynthese. Ohne Photosynthese gäbe es keine grüne Pflanzenwelt. Ohne Pflanzen keine Nahrungsketten, keine Wälder, keine Landwirtschaft, keinen Sauerstoffkreislauf in der heute bekannten Form. Pflanzen nehmen CO₂ aus der Luft auf, nutzen Sonnenlicht und Wasser und bauen daraus Zucker, Biomasse und damit Leben auf. Wer CO₂ nur als Schadstoff beschreibt, blendet diesen elementaren …
In memoriam Gunnar Heinsohn (1943–2023) — dessen Schrift »Anfang und Ende des Klimawahns« (1996) diesem Essay Titel und Richtung wies.Vorbemerkung: Heinsohns frühe Diagnose und ihre BestätigungGunnar Heinsohn hat als einer der ersten — lange vor jeder CMIP7-Korrektur, lange vor dem öffentlichen Wendepunkt im New York Times Magazine, lange vor der Tonverschiebung der seriösen Presse — die kulturelle und politische Struktur dessen benannt, was später als unhinterfragbares Staatsziel galt. In Anfang und Ende des Klimawahns las er die Klimadebatte nicht als reine Naturwissenschaft, sondern als säkularisierte Endzeitlehre mit naturwissenschaftlichem Vokabular: ein moralisches Drama, das aus einem planetarischen Sonderfall — der Venus — ein irdisches Menetekel machte, aus einem Gas ein Erbsünden…