In memoriam Gunnar Heinsohn (1943–2023) — dessen Schrift »Anfang und Ende des Klimawahns« (1996) diesem Essay Titel und Richtung wies.Vorbemerkung: Heinsohns frühe Diagnose und ihre BestätigungGunnar Heinsohn hat als einer der ersten — lange vor jeder CMIP7-Korrektur, lange vor dem öffentlichen Wendepunkt im New York Times Magazine, lange vor der Tonverschiebung der seriösen Presse — die kulturelle und politische Struktur dessen benannt, was später als unhinterfragbares Staatsziel galt. In Anfang und Ende des Klimawahns las er die Klimadebatte nicht als reine Naturwissenschaft, sondern als säkularisierte Endzeitlehre mit naturwissenschaftlichem Vokabular: ein moralisches Drama, das aus einem planetarischen Sonderfall — der Venus — ein irdisches Menetekel machte, aus einem Gas ein Erbsünden…
Im Podcast von Paul Ronzheimer hat Sigmar Gabriel ausgesprochen, was in Deutschland jahrelang politisch als anrüchig galt: Europa muss wieder direkt mit Wladimir Putin verhandeln. Als mögliche Unterhändler nannte der frühere Außenminister zwei Namen, den finnischen Präsidenten Alexander Stubb und Angela Merkel. Schon der Satz dahinter ist bemerkenswert – „Russland wird Teil Europas bleiben" –, denn so etwas hätte ein SPD-Politiker vor zwei Jahren kaum riskiert.Interessant wird die Intervention allerdings erst durch ihren offenen Widerspruch. Gabriel fordert nämlich im Kern nichts anderes als das, was die AfD seit langem fordert: eine eigene europäische Friedensinitiative, statt sich auf Waffenlieferungen, Sanktionsrhetorik und moralische Feindmarkierung zu beschränken. Genau diese Position…
Das Land Berlin verspricht seinen Bürgern klimaneutrale Fernwärme. Das landeseigene Unternehmen BEW, die frühere Vattenfall Wärme, hat dafür einen Dekarbonisierungsfahrplan vorgelegt: Kohleausstieg bis 2030, vollständig klimaneutrale Wärmeerzeugung bis spätestens 2045, ein schönes Versprechen.Wer aber das Kleingedruckte liest, stößt auf einen bemerkenswerten Befund. Noch im Zieljahr soll ein gutes Viertel der Berliner Wärme aus dem Verbrennen von Dingen stammen: bis zu fünfzehn Prozent aus Biomasse, also überwiegend Holz, und rund zehn Prozent aus der thermischen Verwertung von Müll. Ein Viertel der angeblich klimaneutralen Wärme entsteht also weiterhin in Flammen und verlässt die Stadt als Rauch durch einen Schornstein.Wie passt das zusammen? Physikalisch gar nicht. Die Neutralität, von d…
Kanada hat etwas begriffen, was Europa noch immer verdrängt. Wer in der neuen Weltordnung bestehen will, redet nicht mehr nur über Freihandel, offene Märkte und regelbasierte Globalisierung. Er redet über Energie, Rohstoffe, industrielle Lieferketten, Grenzsicherung, militärische Resilienz und demographische Zukunftsfähigkeit. Wenn Kanada gegenüber Donald Trump mit der Formel einer „Fortress North America“ wirbt, dann ist das mehr als taktische Handelspolitik. Es ist ein Signal: Die Phase der naiven Globalisierung ist vorbei. Die Phase der kontinentalen Selbstbehauptung beginnt.Nordamerika sortiert sich neu. Die USA bringen Kapital, Militärmacht, Technologie und Markttiefe ein. Kanada bringt Energie, Rohstoffe, Wasser, Fläche und kritische Mineralien ein. Mexiko bringt Arbeitskräfte, Produ…
Ausgerechnet am Tag des Grundgesetzes, dem 23. Mai 2026, hat der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung” das gesagt, was der Bundes-SPD seit Jahren ins Stammbuch geschrieben gehört: Man könne „nicht auf Dauer so tun, als wäre“ die AfD „die Ausgeburt der Hölle.“ Wenn 30 Prozent der Wähler diese Partei wählten, sei das eine politische Realität, mit der die Sozialdemokratie zu rechnen habe – und zwar nicht ablehnend, sondern handelnd. Albigs Vorschlag: ein Modell nach dänischem Vorbild. Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern könne Manuela Schwesig sich „Mehrheiten im Landtag je nach Thema“ suchen – auch von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen seien denkbar.Albig spricht damit aus, was in der SPD längst gedacht wird, …
Die Krise der deutschen Automobilindustrie lässt sich nicht mehr als Konjunkturdelle beschreiben. Das ist ihr eigentlich alarmierender Kern. Was früher als zyklischer Rückgang, als Absatzschwäche oder als schwieriges Quartal hätte durchgehen können, hat inzwischen die Qualität eines Strukturbruchs. Das Handelsblatt spricht unter Berufung auf Branchenexperten von einem „strukturellen Problem“ und einem „tektonischen Umbruch“ des Geschäftsmodells. Genau diese Formulierungen treffen den Punkt: Es geht nicht mehr darum, ob Volkswagen, Mercedes oder BMW ein schwaches Jahr überwinden. Es geht darum, ob das industrielle Erfolgsmodell der deutschen Nachkriegsökonomie in seiner bisherigen Form noch trägt.Dieses Modell beruhte lange auf drei Säulen. Europa war die industrielle Heimatbasis, China der…
Meine Kommunikationsstrategie in den sozialen Medien folgt keinem kurzfristigen Erregungsprinzip. Mir geht es nicht darum, jeden Tag den nächsten Skandal zu produzieren, möglichst schrille Zuspitzungen zu setzen oder Reichweite um der Reichweite willen zu erzeugen. Mein Ansatz ist ein anderer: Ich will politische Substanz sichtbar machen, Argumente anbieten, Gegenpositionen formulieren und Menschen dazu bringen, sich ein eigenes Bild zu machen.Im Zentrum steht dabei meine eigene Homepage. Sie ist nicht nur eine digitale Visitenkarte, sondern das eigentliche Archiv meiner politischen Arbeit. Dort entstehen längere Texte, Analysen, Kommentare und Grundsatzbeiträge, vor allem zu meinen Schwerpunkten Wirtschaft, Energie, Klima, Luftfahrt und AfD-Strategie. Die Homepage gibt mir die Möglichkeit…
Peter Sloterdijk, in his new book The Prince and His Heirs, has taken up a theme that sits at the center of any serious theory of the political: power — its embodiment, its self-assertion, and its tendency to immunize itself against limitation. The book is about "great men in the age of ordinary people," about men "willing to go mad for the sake of power." Sloterdijk rereads Machiavelli in order to understand the modern type of the prince: Trump, Putin, Xi, Modi — and, by implication, Orbán — the new men of power in a world where charisma, amoralism, and media stagecraft are reshaping the old liberal procedures. Sloterdijk builds his reading on Machiavelli's foundational insight: a prince who means to hold his ground must learn "not to be good." The new autocrats, he argues, have learned t…
Die Bundesregierung nennt es Gebäudemodernisierungsgesetz. Schon der Name ist Teil der Täuschung. Modernisierung klingt nach Fortschritt, Vernunft, technischer Erneuerung. Tatsächlich geht es um etwas anderes: Die gescheiterte Logik des Heizungsgesetzes von Robert Habeck bleibt bestehen, nur ihre Methode wird verfeinert. Was unter der Ampel noch als offener Zugriff auf den Heizungskeller erschien, kommt jetzt als Kostenregime zurück.Das Verbot verschwindet nicht, es wird eingepreist.CDU und SPD feiern die angebliche Rückkehr der Technologieoffenheit. Die starre 65-Prozent-Regel soll fallen, Öl- und Gasheizungen dürfen wieder eingebaut werden, die Zwangsberatung entfällt. Das klingt nach Korrektur. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Die politische Grundentscheidung bleibt unangetastet. Fos…
Es war ein schwarzer Tag für die grüne Seelenhygiene. Im sächsischen Landtag geschah das Unfassbare: Ein Antrag der Grünen wurde angenommen. Nicht etwa heimlich, nicht durch Putsch, nicht durch Staatsstreich, sondern durch Abstimmung. Also durch jenes Verfahren, das man früher einmal parlamentarische Demokratie nannte.Man muss sich das Drama in seiner ganzen Grausamkeit vorstellen: Die Grünen stellen einen Antrag zur Entlastung kleiner Schlachtbetriebe. Ein Antrag also, der regionalen Strukturen helfen, kleine Betriebe schützen und eine bürokratische Schieflage korrigieren soll. Dann stimmen Abgeordnete dafür. Aber nicht etwa, weil der Antrag falsch war, oder weil kleine Schlachtbetriebe doch nicht entlastet werden sollen. Nicht, weil sich inhaltlich neue Erkenntnisse ergeben hätten. Sonde…