Von Gabriels „Pack“ zu Albigs „Kommt nach Hause“ oder: Die SPD entdeckt die AfD – Zehn verlorene Jahre
Frank-Christian Hansel —
Ausgerechnet am Tag des Grundgesetzes, dem 23. Mai 2026, hat der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung” das gesagt, was der Bundes-SPD seit Jahren ins Stammbuch geschrieben gehört: Man könne „nicht auf Dauer so tun, als wäre“ die AfD „die Ausgeburt der Hölle.“ Wenn 30 Prozent der Wähler diese Partei wählten, sei das eine politische Realität, mit der die Sozialdemokratie zu rechnen habe – und zwar nicht ablehnend, sondern handelnd. Albigs Vorschlag: ein Modell nach dänischem Vorbild. Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern könne Manuela Schwesig sich „Mehrheiten im Landtag je nach Thema“ suchen – auch von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen seien denkbar.Albig spricht damit aus, was in der SPD längst gedacht wird, …

