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Neue Parole "Wenn die Brandmauer schon fällt, sollen wenigstens einzelne Steine stehen bleiben"- Vom Scheitern der kollektiven Ausgrenzung und dem kläglichen Versuch, die Dämonisierung der AfD zu individualisieren

Frank-Christian Hansel
Die Brandmauer bröckelt nicht mehr bloß. Man kann inzwischen dabei zusehen, wie ihre Architekten beginnen, sich von ihr zu verabschieden. Noch vor wenigen Jahren galt sie im politischen Berlin als nahezu sakrosankte Formel: Die AfD sollte nicht einfach politischer Gegner sein, sondern eine Kategorie für sich – keine gemeinsamen Anträge, keine gemeinsamen Abstimmungen, möglichst keine Gespräche, keine parlamentarische Normalität. Nicht das Argument sollte entscheiden, sondern der Absender. Dieses Konzept stößt sichtbar an die Grenzen der politischen Wirklichkeit, und die Risse verlaufen längst nicht mehr nur an den Rändern der Union.Michael Kretschmer erklärte im Sommer, wer heute noch über Brandmauern rede, habe „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“; man müsse mit jedem reden, der reden wol…

Islamkritik als Aufklärung im Sinne Kants. Wo und wann der Islam zur Gefahr für die offene Gesellschaft wird – und was Freiheit von uns verlangt

Frank-Christian Hansel
Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD aktualisierte Fasssung vom 30. Juli 2026I. Warum Islamkritik Aufklärung ist»Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.«Immanuel Kant, 1784Wer heute den Islam kritisiert, steht unter Verdacht. Der Vorwurf der Muslimfeindlichkeit trifft den Kritiker oft schneller als das Argument den Gegenstand. Das ist verständlich, denn die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat gelehrt, wohin die pauschale Abwertung einer Gruppe führen kann. Doch wer aus Angst vor diesem Vorwurf verstummt, verlässt den Boden der Aufklärung – und verlässt damit jene Muslime, die sich innerhalb ihrer eigenen Tradition um Freiheit und Mündigkeit bemühen.Die Aufklärung, wie Kant sie verstand, richtet sich nicht gegen eine bestimmte R…

Der CSD und seine politische Instrumentalisierung. Wie der Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung zum politischen Zugehörigkeitsritual verkommt

Frank-Christian Hansel
Der Christopher Street Day war immer politisch, aber eben nicht, wie heute, politisch instrumentalisiert. Stonewall war kein Straßenfest. Die Proteste von 1969 richteten sich gegen Polizeiwillkür und die staatliche wie gesellschaftliche Diskriminierung Homosexueller. Auch die ersten deutschen CSD-Demonstrationen Ende der siebziger Jahre standen in der Tradition einer Schwulen- und Lesbenbewegung, die für konkrete Freiheits- und Bürgerrechte kämpfte: gegen den § 175, gegen strafrechtliche Verfolgung, gegen gesellschaftliche Ächtung und für ein Leben, in dem homosexuelle Menschen nicht länger ihre Existenz verstecken mussten. 1979 gingen beim ersten Berliner CSD rund 450 Schwule und Lesben auf die Straße.Das war Politik im besten Sinne. Es ging um die Freiheit des Einzelnen. Heute ieht es an…
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