Feindmarkierung. Über Herkunft, Symbolik und Funktionslogik der Antifa
Frank-Christian Hansel —
Jeder hat das Zeichen schon hundertmal gesehen, ohne es je gelesen zu haben. Zwei kleine Fahnen, eine schwarz, eine rot, in einen Kreis gestellt und leicht nach links geneigt. Es klebt auf Jacken und Laptops, es weht auf Demonstrationen, es taucht in Reden des Bundestags auf. Wer es trägt, ist überzeugt, etwas ganz Selbstverständliches zu bekennen: Ich bin gegen den Faschismus. Wer könnte etwas dagegen haben?Genau hier beginnt das Missverständnis. Denn dieses Zeichen bekennt sich nicht zu einer Haltung. Es markiert eine Funktion. Und wer diese Funktion einmal verstanden hat, der versteht auch, warum in Deutschland im Jahr 2026 eine staatliche Behörde sich öffentlich „Antifa“ nennen kann, während dieselbe Behörde die gewaltbereiten Träger dieses Namens in ihren eigenen Berichten als l…

