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Der Kampf um den Westen. Warum der Machtkonflikt in der AfD NRW eine strategische Existenzfrage der Gesamtpartei berührt

Frank-Christian Hansel
Was sich derzeit in der nordrhein-westfälischen AfD abspielt, lässt sich bequem als persönlicher Machtkampf erzählen: Listenplätze, Mandate, massiv verletzte Eitelkeiten, konkurrierende Netzwerke. All das spielt – wie in jeder anderen Partei auch - eine (zu) große Rolle, leide auch hier. Aber Parteien sind eben keine philosophischen Seminare, sondern Organisationen, in denen um Einfluss, Positionen und Ressourcen gerungen wird.Doch wer den Konflikt darauf reduziert, verkennt seine eigentliche Bedeutung.In Nordrhein-Westfalen wird nicht nur darüber gestritten, welche Personen 2027 für den Landtag kandidieren und wer künftig den größten westdeutschen Landesverband kontrolliert. Es geht um die strategische Deutungshoheit innerhalb der gesamten AfD: Welches politische Erfolgsmodell soll künfti…

Zur Entscheidung in Sachen "Interregnum" – Wenn die Brandmauer 2026 am Wähler und an der Wirklichkeit zerbricht

Frank-Christian Hansel
Als ich am 9. Februar 2026 unter dem Titel „Nach dem Interregnum – Die Rückkehr des Bürgers“ über den Zustand unserer politischen Ordnung schrieb, ging es mir nicht um steigende oder fallende Umfragewerte, sondern um einen Strukturbefund: Wir befinden uns in einem politischen Interregnum. Die alte Ordnung gilt noch, aber sie trägt immer weniger. Ihre Institutionen funktionieren, ihre Verfahren laufen, Wahlen finden statt – doch die Fähigkeit des politischen Systems, aus dem Willen der Bürger tatsächliche politische Alternativen entstehen zu lassen, nimmt ab. Die demokratische Form bleibt erhalten, während ihre repräsentative Wirkung schwindet.Ein halbes Jahr später bekommt diese Diagnose eine bemerkenswerte Aktualität. Der Historiker und CDU-Politiker Andreas Rödder sagt nun im Gespräch mi…

Die Teil-Brandmauer, die keine ist Steffen Krach´s SPD warnt vor der Linkspartei – und hält sie sich zugleich offen; Chronik einer angekündigten Wählertäuschung?

Frank-Christian Hansel
Es gibt Sätze, die klingen nach Härte und sind bei Lichte besehen allerdings nichts weiter als eine Terminvereinbarung. „Zum jetzigen Zeitpunkt“ schließe er eine Koalition mit der Linkspartei nicht aus, sagt Steffen Krach im Tagesspiegel. Vier Worte, die alles offenlassen. Genau diese vier Worte sind der Kern dessen, was in Berlin derzeit als „Teil-Brandmauer“ gehandelt wird. In der WELT das gleiche nochmal. Was die Berliner SPD hier zu präsentieren beabsichtigt, ist aber keine Brandmauer, auch keine halbe. Es ist eine selektive Vorwahl-Distanzierung mit eingebauter Ablaufklausel: Krach schließt weder eine Koalition mit der Berliner Linkspartei aus, noch formuliert er belastbare Bedingungen dafür. Er erklärt lediglich, die Linke Neukölln komme für ihn nicht als Partner infrage. Auf die unm…
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