Der Mythos vom Scheitern – warum "MAGA" innenpolitisch und geopolitisch gerade erst beginnt
Frank-Christian Hansel —
In manchen konservativen und rechten Online-Kommentaren lässt sich derzeit ein bemerkenswertes Narrativ beobachten: Donald Trump, so heißt es, sei zwar erneut Präsident geworden, doch der „MAGA-Mythos“ beginne bereits an der Realität zu zerbrechen. Die großen Versprechen würden sich nicht erfüllen, die Bewegung verliere an Dynamik, und außenpolitisch drohe eine gefährliche Eskalation – etwa im Konflikt mit dem Iran.Diese Diagnose wirkt auf den ersten Blick plausibel. Sie liegt jedoch analytisch falsch. Sie beruht auf einem Missverständnis darüber, wie politische Macht – und insbesondere amerikanische Präsidentschaften – tatsächlich funktionieren.Der erste Fehler liegt in der Zeitperspektive. Wer die politische Dynamik der Trump-Administration beurteilen will, darf nicht von einer klassisch…