Wer verstehen will, wie sich das europäische Parteiensystem unter dem Druck neuer Mehrheiten verändert, sollte nicht zuerst nach Brüssel, sondern nach Spanien schauen.Dort ist in den vergangenen fünf Jahren etwas geschehen, was in Deutschland noch immer mit moralischer Hysterie statt mit nüchterner Analyse betrachtet wird:Die bürgerliche Rechte und die rechte Opposition haben gelernt, sich trotz scharfer Konkurrenz, trotz programmatischer Differenzen und trotz wechselseitigen Misstrauens immer wieder so zueinander zu verhalten, dass linke Machtkartelle nicht automatisch im Amt bleiben. Genau darin liegt die eigentliche Lehre aus dem Verhältnis von der konservariven Volkspartei Partido Popular (PP) und Vox.Es ist zwar kein harmonisches Lagerbündnis, eher ein konfliktreiches, taktisches, oft…
Europa ist am Ende einer Epoche angekommen. Nicht am Ende seiner Geschichte, wohl aber am Ende seiner falschen Form. Die Europäische Union war über Jahrzehnte das große Ersatzprojekt eines Kontinents, der sich nicht mehr traute, politisch zu denken. Sie versprach Frieden ohne Macht, Ordnung ohne Volk, Einheit ohne Herkunft und Wohlstand ohne Preis. Genau darin lag von Anfang an ihre Lebenslüge. Denn politische Ordnung entsteht nicht aus Verfahrensroutinen, Kommissionspapieren und moralischen Selbstbeschwörungen. Sie entsteht aus Völkern, Interessen, Grenzen, Loyalitäten und der Bereitschaft, das Eigene zu behaupten.Die heutige EU ist deshalb kein Höhepunkt europäischer Geschichte, sondern ihr bürokratischer Erschöpfungszustand. Sie ist zu zentralistisch, um frei zu sein, und zu künstlich, …
Calls for the removal of American military bases from Europe periodically surface in political debate. They are usually framed as expressions of national self-assertion and as steps toward strategic sovereignty. The argument resonates with a broader sentiment that has gained traction in many Western societies: that Europe, nearly eighty years after the end of the Second World War, has yet to become a fully autonomous geopolitical actor.This debate is particularly visible in Germany.For decades, Germany has been one of the central pillars of the American security architecture in Europe. Major logistical hubs, command structures, and strategic infrastructure are located on German territory. As a result, discussions about sovereignty and alliance structures inevitably take on a special intens…
“God’s own country” has long been shorthand for the American self-image: a nation with a special mandate, sustained by faith, power, and the conviction that it is entitled—perhaps even obliged—to shape history. For decades, this sense of mission was linked to the export of freedom and democracy. Today, something else has moved to the foreground: enforcement. Not as an exception, but as a governing principle.What has been taking shape in the United States for years is less an ideological shift to the Right than a redefinition of power itself. State authority, technology, capital, and cultural interpretation are converging. Politics is no longer primarily understood as a process, but as an operation. Speed replaces mediation; decision replaces negotiation.At the same time, the United States …
„„God’s own country“ – dieser Ausdruck steht seit Generationen für das amerikanische Selbstbild: ein Land mit besonderem Auftrag, getragen von Glauben, Macht und der Überzeugung, Geschichte gestalten zu dürfen. Lange war dieser Anspruch mit der Idee verbunden, Freiheit und Demokratie zu exportieren. Heute tritt an diese Stelle etwas anderes: Durchsetzung. Nicht als Ausnahme, sondern als Prinzip.Was sich in den Vereinigten Staaten seit Jahren herausbildet, ist weniger ein ideologischer Rechtsruck als eine Verschiebung des Machtverständnisses. Staat, Technik, Kapital und kulturelle Deutung rücken enger zusammen. Politik wird nicht mehr primär als Verfahren verstanden, sondern als Operation. Geschwindigkeit ersetzt Vermittlung, Entscheidung ersetzt Aushandlung.Die Vereinigten Staaten sind dab…
Manchmal braucht es nur einen nüchternen Blick auf das Weltgeschehen, um zu erkennen, wie provinziell der eigene Horizont geworden ist. Während China mit strategischer Kälte und rationaler Klarheit seinen Einfluss bis in die Hinterhöfe der USA ausweitet, während ein Donald Trump – bei allem Lärm – nüchtern für amerikanische Interessen wirtschaftlich punktet, schickt Deutschland seine besten Leute auf die Weltbühne.
Also „beste Leute“ im Sinne von: Ursula von der Leyen, Annalena Baerbock und ein Heer an Klimaethikern mit ausgeprägtem Empörungsreflex und null Verständnis für Geoökonomie. Wir betreiben eine Politik, die glaubt, Haltung sei ein Ersatz für Handlung. Diplomatie wird zur moralischen Belehrung, Außenwirtschaft zur Selbstsabotage.
China: Strategische Brillanz und globales Den…