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Kategorie: Alexander Gauland

3 Artikel in dieser Kategorie

Alexander Gauland und die AfD: eine Erwiderung auf den SPIEGEL

Frank-Christian Hansel
Der SPIEGEL (3/2026) beschreibt Alexander Gauland als einen Mann, der „fremd in den eigenen Reihen“ geworden sei. Gemeint ist damit nicht nur eine persönliche Vereinsamung, sondern eine politische Entfremdung: der Ehrenvorsitzende der AfD, so die Erzählung, sei von seiner Partei überholt worden – zu moderat, zu zögerlich, zu sehr in alten Kategorien verhaftet.Diese Diagnose ist auf den ersten Blick plausibel. Sie ist allerdings grundfalsch. Was der SPIEGEL als Fremdheit deutet, ist in Wahrheit Distanzfähigkeit. Und was er als Überholtsein interpretiert, ist politische Reife in einer Übergangsphase, die nicht nach Lautstärke, sondern nach Urteilskraft verlangt.Der Kategorienfehler des SPIEGELDer SPIEGEL liest Politik psychologisch: Alter, Erschöpfung, Vereinsamung, mangelnde Anschlussfähigk…

Zur Russlandfrage und die AfD in der innerdeutschen Verständigung

Frank-Christian Hansel
Es gibt politische Themen, die nicht deshalb schwierig sind, weil sie kompliziert wären, sondern weil sie tief reichen. Die Russlandfrage ist ein solches Thema. Und ich sage ganz bewusst: Es geht dabei nicht um Putin. Es geht nicht um Sympathien oder Antipathien. Es geht um uns. Um die Frage, wer wir als Land in der Mitte Europas sind und sein wollen.Denn die Haltung zu Russland ist keine außenpolitische Randnotiz. Sie zeigt wie ein Seismograph, wie unterschiedlich Deutschland in Ost und West bis heute geprägt sind – und wie wenig wir bisher getan haben, diese Unterschiede wirklich zu verstehen oder auch uns teilweise wechselseitig überhaut – sozialisationsbedingt- verstehen zu können.Ich sage das ausdrücklich als jemand, der in Westdeutschland aufgewachsen ist und seit vier Jahrzehnten in…

Drei Stimmen, eine Linie: Die AfD und Israel

Frank-Christian Hansel
In der Debatte um Gaza und Israel Anfang Juni 2025 im Deutschen Bundestag hat die AfD mit drei markanten Reden zu Israel und dem Nahostkonflikt ein kohärentes, mehrdimensionales Narrativ vorgelegt, das sich von bloßer Symbolpolitik wie auch von opportunistischen Schuldzuweisungen abhebt. Die Reden von Alexander Gauland, Beatrix von Storch und Torben Braga können, auch wenn sie durchaus unterschiedliche Positionen markieren, als ein strategisches Dreieck aus historischer Verantwortung, ethischer Klarheit und souveränistischem Realismus gelesen werden. Alexander Gauland: Die Stimme der politischen Reife Alexander Gauland setzt den Ton mit einer Rede, die historische Tiefenschärfe mit einer klaren Gegenwartsdiagnose verbindet. Er erinnert an Helmut Schmidts Entscheidung im Deutschen Her…