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Kategorie: SPIEGEL

2 Artikel in dieser Kategorie

Die AfD und ihre unfreiwilligen Wahlkampfhelfer. Zur medialen Aufmerksamkeitsökonomie

Frank-Christian Hansel
Es gibt Titelbilder, die einen Politiker beschädigen sollen – und solche, die genau das Gegenteil bewirken. Das Spiegel-Cover, das Ulrich Siegmund im Stil eines Fahndungsfotos zum „gefährlichsten Mann Deutschlands" erklärte, gehört in die zweite Kategorie. Siegmund signierte das Heft im Dutzend auf seinen Veranstaltungen, andere AfD-Politiker montierten ihre eigenen Gesichter auf das Motiv und verbreiteten es hundertfach über die sozialen Netzwerke. Selbst t-online nennt das eine vorhersehbare Steilvorlage und die Schlagzeile überzogen.Der Spiegel wollte einen Warnhinweis drucken und lieferte ein Wahlkampfplakat. Das war kein Betriebsunfall, sondern ist der sichtbare Ausdruck des Strukturwandels, den ich vor zehn Jahren im Kontext der Entwicklung der AfD in seinen Grundzügen beschrieben ha…

Alexander Gauland und die AfD: eine Erwiderung auf den SPIEGEL

Frank-Christian Hansel
Der SPIEGEL (3/2026) beschreibt Alexander Gauland als einen Mann, der „fremd in den eigenen Reihen“ geworden sei. Gemeint ist damit nicht nur eine persönliche Vereinsamung, sondern eine politische Entfremdung: der Ehrenvorsitzende der AfD, so die Erzählung, sei von seiner Partei überholt worden – zu moderat, zu zögerlich, zu sehr in alten Kategorien verhaftet.Diese Diagnose ist auf den ersten Blick plausibel. Sie ist allerdings grundfalsch. Was der SPIEGEL als Fremdheit deutet, ist in Wahrheit Distanzfähigkeit. Und was er als Überholtsein interpretiert, ist politische Reife in einer Übergangsphase, die nicht nach Lautstärke, sondern nach Urteilskraft verlangt.Der Kategorienfehler des SPIEGELDer SPIEGEL liest Politik psychologisch: Alter, Erschöpfung, Vereinsamung, mangelnde Anschlussfähigk…