Die aktualisierte Lage in bezug auf Gas ist deutlich schärfer als noch im Sommer: Deutschland steht am 12. Oktober 2026 bei rund 59,8 % Speicherfüllstand beziehungsweise 146,6 TWh; der NDR beziffert den Stand auf 60 % und damit rund 27 Prozentpunkte unter dem Mittel der Jahre 2017–2021. Die Speicher fassen insgesamt etwa 250 TWh, während Deutschland 2024 fast 850 TWh Gas verbraucht hat — der Hauptbedarf liegt im Winter.Das ist eine klare Verwundbarkeitsdiagnose. Fachleute warnen, dass ein besonders kalter Winter oder LNG-Ausfälle Gas für Deutschland knapp machen könnten; die Bundesnetzagentur sieht die Versorgungssicherheit aktuell zwar gewährleistet. Genau diese Doppelheit ist politisch entscheidend: Die Lage ist nicht akut kollabierend, aber sie ist strategisch schlecht vorbereitet.Hinzu…
Und plötzlich war der Wind wegEnde Juni 2026 passierte in Südaustralien etwas, das in der deutschen Energiedebatte eigentlich Pflichtlektüre sein müsste. Vier Tage lang stand der Wind praktisch still. Die Windparks des Bundesstaates, zusammen eine der größten Flotten der südlichen Hemisphäre, lieferten im Schnitt 124 Megawatt. Das entspricht einer Verfügbarkeit von rund viereinhalb Prozent. Die Batterien, die genau für solche Momente gebaut worden waren, entluden sich schneller, als sie nachladen konnten. Die Kuppelleitungen nach Victoria stießen an ihre Grenzen. Und dann geschah, was in keiner Hochglanzbroschüre steht: Dieselaggregate sprangen an, und der Großhandelspreis schlug zweimal an die gesetzliche Obergrenze von 20.300 australischen Dollar je Megawattstunde.Südaustralien ist kein …
Die deutsche Energiewende ist an einem Punkt angekommen, an dem ihre innere Absurdität nicht mehr versteckt werden kann. Man muss kein Ingenieur sein um zu verstehen, dass ein Stromsystem nicht daran gemessen wird, wie viel Strom es irgendwann erzeugt, sondern ob es genau dann Strom liefert, wenn er gebraucht wird. Strom ist keine beliebige Ware, die man stapeln, parken und später aus dem Regal nehmen kann. Strom muss im Moment seiner Erzeugung verbraucht, gespeichert, transportiert oder abgeregelt werden. Gelingt das nicht, wird aus Energie kein Wohlstand, sondern ein Entsorgungsproblem.Genau das zeigte der 1. Mai 2026. In Mitteleuropa gab es einen Solarrekord, aber er geriet zur bösen Falle und war ein Warnsignal. Der Börsenpreis für Strom fiel am Vortagesmarkt (Day-Ahead-Markt) auf minu…
Ein Essay über die neue Stromabgabe, die Kapitulation vor der Realität und das Ende bezahlbarer Energie
Es ist eine Nachricht wie aus einem schlechten Film, aber sie ist bittere Wirklichkeit: Die Bundesregierung plant eine neue Stromabgabe für jeden Haushalt – nicht etwa, weil Strom erzeugt wird, sondern weil Kraftwerke in Bereitschaft gehalten werden. Willkommen im bürokratisch aufgeladenen Irrsinn der sogenannten „Kapazitätsmärkte“, wo politische Hilflosigkeit teuer subventioniert wird.
Was unter Robert Habeck als grünideologische Notmaßnahme begann, wird nun von der Merz-Regierung fortgeschrieben – mit allen planwirtschaftlichen Mitteln, die man in der Verwaltungswerkzeugkiste finden konnte. CDU-Wirtschaftsministerin Reiche übernimmt nicht nur die Konzepte der Ampel, sie führt sie…