Der Wähler als Fürstenschreck: Machiavelli, Sloterdijk und die postdemokratische Verhinderungstechnik des Machtwechsels
Frank-Christian Hansel —
Peter Sloterdijk hat in seinem neuen Buch Der Fürst und seine Erben ein Thema aufgegriffen, das im Zentrum jeder ernsthaften Theorie des Politischen steht: die Macht, ihre Verkörperung, ihre Selbstbehauptung und ihre Neigung, sich gegen Begrenzung zu immunisieren. Es geht „über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute“ und über Männer, „die bereit sind, um der Macht willen verrückt zu werden“. Sloterdijk liest Machiavelli neu, um den modernen Typus des Fürsten zu verstehen: Trump, Putin, Xi, Modi, mitgemeint auch Orbán, die neuen Machtmenschen einer Welt, in der Charisma, Amoralismus und mediale Inszenierung die alten liberalen Verfahren überformen. Machiavellis Lektion entwickelt Sloterdijk auf dessen grundlegender Einsicht: Ein Fürst, der sich behaupten wolle, müsse lernen, „nich…