Abriss meiner Kommunikationsstrategie in den Sozialen Medien

Frank-Christian Hansel

Meine Kommunikationsstrategie in den sozialen Medien folgt keinem kurzfristigen Erregungsprinzip. Mir geht es nicht darum, jeden Tag den nächsten Skandal zu produzieren, möglichst schrille Zuspitzungen zu setzen oder Reichweite um der Reichweite willen zu erzeugen. Mein Ansatz ist ein anderer: Ich will politische Substanz sichtbar machen, Argumente anbieten, Gegenpositionen formulieren und Menschen dazu bringen, sich ein eigenes Bild zu machen.

Im Zentrum steht dabei meine eigene Homepage. Sie ist nicht nur eine digitale Visitenkarte, sondern das eigentliche Archiv meiner politischen Arbeit. Dort entstehen längere Texte, Analysen, Kommentare und Grundsatzbeiträge, vor allem zu meinen Schwerpunkten Wirtschaft, Energie, Klima, Luftfahrt und AfD-Strategie. Die Homepage gibt mir die Möglichkeit, Gedanken nicht nur in kurzen Reaktionen zu formulieren, sondern zusammenhängend, nachvollziehbar und argumentativ stringent zu entwickeln. Von dort aus werden die Inhalte dann über Facebook, X, Instagram, YouTube, WhatsApp oder Telegram weiterverbreitet.

Damit geht es zugleich um Kommunikationssouveränität. Eigene Kanäle bedeuten nicht nur technische Unabhängigkeit, sondern argumentative Selbstbestimmung. Wer über eigene Plattformen publiziert, überlässt klassischen Medien nicht die Auswahl, Kürzung und Einordnung der eigenen Position. Ich kann selbst bestimmen, wo ein Argument beginnt, wie es entfaltet wird und in welchen größeren politischen Zusammenhang es gehört. Gerade in einem medialen Umfeld, in dem AfD-Positionen häufig verkürzt, zugespitzt oder in ein negatives Framing gestellt werden, ist diese eigene Infrastruktur entscheidend.

Facebook nutze ich vor allem als Plattform für kontinuierliche politische Kommunikation. Dort lassen sich Texte, Bilder, Kacheln und längere Kommentare gut verbinden. Für mich ist Facebook keineswegs erledigt. Gerade weil dort stabile Followerstrukturen existieren und längere Inhalte möglich sind, bleibt es ein wichtiges Medium. Es erzeugt ein politisches Grundrauschen: Die Menschen sehen regelmäßig, welche Themen ich setze, welche Positionen ich vertrete und wie ich politische Entwicklungen einordne.

X hat für mich eine andere Funktion. Dort geht es weniger um große Viralität als um gezielte Intervention. Ich nutze X, um auf Debatten zu reagieren, Beiträge zu verlinken, Multiplikatoren anzusprechen und Gegenargumente in laufende Diskussionen einzuspeisen. Wenn Kammern, Verbände, Journalisten, Politiker oder alternative Medien bestimmte Themen aufgreifen, kann ich dort direkt anschließen. Entscheidend ist nicht, ob ein Beitrag hunderttausendfach gesehen wird. Entscheidend ist manchmal, dass ihn genau die zwanzig oder fünfzig Personen lesen, die in einem bestimmten Feld relevant sind.

Daraus folgt ein wichtiger Grundsatz: Reichweite ist nicht identisch mit Wirkung. Ein Beitrag kann strategisch erfolgreich sein, wenn er nicht massenhaft, sondern von den richtigen Personen wahrgenommen wird. Wenn ein Text zur Luftverkehrspolitik von Akteuren im Umfeld eines Flughafens, einer Fluggesellschaft, einer Kammer oder eines Fachmediums gelesen wird, dann kann er politisch wirksam sein, auch wenn er keine riesigen Klickzahlen erzeugt. Wirkung entsteht nicht nur durch Masse, sondern durch Platzierung.

YouTube wiederum ist mein Videoarchiv. Dort werden Reden aus dem Plenum, Ausschnitte aus Ausschüssen und fachpolitische Beiträge so aufbereitet, dass sie dauerhaft verfügbar bleiben. Gerade bei komplexen Themen wie Energiewende, Kernenergie, Deindustrialisierung oder Luftverkehrspolitik braucht man mehr als einen Satz. Ein gutes Video von drei, vier oder acht Minuten kann eine Argumentation verdichten und zugleich anschaulich machen. Es macht parlamentarische Arbeit sichtbar, die sonst in Ausschüssen oder Plenarsitzungen weitgehend unbeachtet bliebe.

Instagram nutze ich vor allem für Kacheln, Bilder und wiederkehrende Botschaften. Dort lassen sich zentrale Claims visuell verankern: etwa die AfD als Partei des politischen Realismus aus der Mitte der Gesellschaft oder die Gegenüberstellung von Bürgerblock und Linksfront. Solche Formeln müssen wiederholt werden, damit sie sich einprägen. Sie sind nicht bloß Slogans, sondern verdichtete politische Deutungsangebote. Wiederholung ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Prinzip: Politische Kommunikation braucht Wiedererkennbarkeit.

TikTok spielt für mich bislang eine geringere Rolle. Das Medium ist zweifellos wichtig, aber es entspricht weniger meiner Art zu kommunizieren. Meine Stärke liegt in der Erklärung, in der Argumentation, im längeren Gedankenbogen. Die Logik von TikTok ist schneller, kürzer, flüchtiger. Für bestimmte Formen politischer Mobilisierung mag das geeignet sein, für meine Art substanzorientierter Kommunikation ist es bisher nicht der zentrale Kanal. Eine offene Entwicklungsfrage bleibt allerdings, wie sich komplexe Argumentationen künftig stärker in kurze Bewegtbildformate übersetzen lassen, ohne die eigene Substanzorientierung aufzugeben.

Die einzelnen Plattformen stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden ein abgestuftes System. X, Facebook und Instagram erzeugen Aufmerksamkeit, setzen Impulse und verweisen auf längere Inhalte. YouTube liefert anschauliche Vertiefung. Die Homepage liefert die vollständige Argumentation. WhatsApp und Telegram dienen der Weiterverteilung in bestehende Netzwerke. Kurze Impulse führen zu längeren Beiträgen, Videos führen zu Texten, Texte werden aktualisiert und erneut in Debatten eingespeist. So entsteht ein Kommunikationskreislauf, der aktuelle Reaktion und langfristige Archivbildung miteinander verbindet.

Entscheidend ist der Anschluss an den aktuellen Nachrichtenstrom. Ein Artikel, eine Talkshow, eine politische Entscheidung oder eine Aussage eines politischen Gegners kann Anlass sein, ein Thema aufzugreifen, einzuordnen und mit einer bereits entwickelten Argumentation zu verbinden. Auf diese Weise wird Kommunikation nicht bloß reaktiv, sondern strategisch: Aktuelle Anlässe werden genutzt, um langfristige Deutungslinien immer wieder neu sichtbar zu machen.

Inhaltlich konzentriere ich mich auf Themen, bei denen die AfD eine klare Gegenposition zum herrschenden politischen Konsens formuliert. Dazu gehört vor allem die Kritik an der Energiewende. Ich versuche verständlich zu erklären, warum ein Industrieland nicht allein mit Wind und Sonne versorgt werden kann, warum Dunkelflaute, Grundlast, Speicherprobleme und Doppelinfrastruktur reale Probleme sind und warum die Rückkehr zur Kernenergie kein nostalgisches Projekt, sondern eine Frage technologischer Vernunft ist.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Korrektur des medialen Bildes der AfD. Ich will zeigen, dass die Partei keine rechtsextreme Bedrohung ist, sondern eine demokratische Kraft rechts der Mitte, wie es sie in vielen europäischen Ländern gibt. Gegen das dauerhafte Framing von Brandmauer, Verfassungsschutz und angeblicher Nichtwählbarkeit setze ich das Angebot: Lest unsere Positionen, schaut euch unsere Argumente an, prüft selbst.

Meine Kommunikation richtet sich deshalb an zwei Ebenen zugleich. Nach innen geht es darum, in der Partei sichtbar zu sein, Positionen zu markieren und an innerparteilichen Debatten teilzunehmen. Nach außen geht es darum, jenseits der eigenen Blase Menschen zu erreichen, die vielleicht bisher nur das mediale Zerrbild kennen. Jeder, der durch einen Text, ein Video oder eine Diskussion einen anderen Blick auf die AfD bekommt, ist ein Gewinn.

Dabei vermeide ich nach Möglichkeit reine Skandalisierung. Ich will nicht emotional überdrehen, sondern rational herausfordern. Natürlich braucht Politik klare Sprache und pointierte Formulierungen. Aber der Kern meiner Strategie ist nicht Empörung, sondern Gegenaufklärung. Ich will Eindimensionalität aufbrechen. Ich will zeigen, dass es zu den herrschenden Deutungen eine andere, sachlich begründbare Sicht gibt.

Klassische Medien spielen dabei eine ambivalente Rolle. Einerseits haben sie nach wie vor große Reichweite, besonders Fernsehen und etablierte Zeitungen. Andererseits besteht dort immer die Gefahr, verkürzt, gefiltert oder in einen fremden Kontext gestellt zu werden. Deshalb sind eigene Medien so wichtig. Die klassischen Medien können punktuell Durchbrüche ermöglichen, aber sie geben selten den Raum, eine Argumentation vollständig zu entfalten. Eigene Kanäle dagegen erlauben Kontinuität, Kontext und Kontrolle.

Meine Social-Media-Strategie ist daher im Kern eine Strategie der kontrollierten Gegenöffentlichkeit. Die Website liefert Tiefe, Facebook liefert Kontinuität, X liefert Intervention, YouTube liefert Bewegtbildarchiv, Instagram liefert visuelle Wiederholung. Zusammen entsteht daraus ein Kommunikationsraum, in dem ich politische Positionen nicht nur reaktiv verteidige, sondern aktiv setze.

Das Ziel ist einfach: Menschen sollen nicht nachsprechen, was ihnen über die AfD erzählt wird. Sie sollen selbst lesen, selbst prüfen, selbst denken. Meine Kommunikation ist dafür ein Angebot — nicht als Skandalmaschine, sondern als Gegenöffentlichkeit mit eigener Infrastruktur, eigener Argumentation und eigener Wiedererkennbarkeit.