Israel´s Netanyahus 16.000. Mein Statement zu einer bereits gescheiterten Idee, mit Hinweisen, wie die Migrationskrise (langfristig) gelöst werden kann…

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hatte angekündigt, 16.000 illegal eingereiste Migranten aus Afrika ex Israel in andere Länder, darunter Kanada, Italien und Deutschland umsiedeln zu wollen. Dieses mit dem UN Flüchtlingshilfswerk #UNHCR ausgehandelte Resettlement-Programm, von dem weder die italienische noch die deutsche Regierung (vorher) wußten, ist bereits widerrufen, Netanyahu damit also gescheitert.

In dem kurzfristig dazu gegebenen Interview am Tage der Verkündigung des überraschenden Vorschlags ging es mir mehr um das, was eigentlich getan werden müßte, als um die eigentliche Kommentierung des politisch unglücklichen Vorstoßes Netanyahus.

Denn das globale Flüchtlingsproblem (global migration crisis) können weder Deutschland noch Europa als Zufluchtsregionen lösen. Vielmehr muss von Europa der Impuls ausgehen, mitzuhelfen, in den instabilen Krisenregionen und den gescheiterten Staaten Afrikas eine eigenständige rechtsstaatlich abgesicherte eigentumsbasierte Entwicklungsdynamik zu etablieren, um den Menschen vor Ort Perspektiven auf ein besseres Leben in der Heimat zu ermöglichen. Ganz in dieser Richtung hat unabhängig von den bahnbrechenden Einsichten Heinsohn/Steigers im Sinne von Eigentum und Recht und Freiheit  auch Hernando de Soto mit seinem ILD, Instituto de Libertad y Democracia in Lima/Peru, das eigentumsökonomische Paradigma als entwicklungsökonomischen Lösungsansatz praktisch erfolgreich umgesetzt. Auch wenn sich der Entwicklungspfad auf der Grundlage von Eigentum und Recht und Freiheit im entwicklungssoziologischen Diskurs global noch nicht durchgesetzt hat, ist ohne ihn ein Umsteuern auf eigenständiges und eigentumsbasiertes Wachstum und den entsprechenden Wohlfahrtsgewinnen im Nahen Osten und weiten Teilen Afrikas nicht denkbar. Darauf einmal deutlich im Zusammenhang mit der Migrationskrise hingewiesen zu haben, war es mir wert!

(Live-Interview vom 3. April 2018, ab min 2,30)

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. “Yunus wurde 2006 mit dem Friedensnobelpreis geehrt ; der Erfolg und die internationale Unterstützung für die Grameen Bank hat das von ihm propagierte Mikrokreditwesen weltbekannt gemacht. Und ja, die Idee ist grandios: auch die Ärmsten seien kreditwürdig. Wenn man ihnen Geld leihe und sie beim Investieren berate, beispielsweise beim Kauf einer Nähmaschine, dann könnten sie selbst das Geld für die Rückzahlung der Kredite erwirtschaften. Yunus’ Beispiel machte weltweit Schule.”

    Sehr richtig, Frank. Oben habe ich ein Zitat eingefügt, wie man derartige Entwicklungen finanzieren kann. Allein der Gedanke, Entwicklungshilfe leisten zu wollen, wobei der zu Entwickelnde im Container am Stadtrand sitzt, ist ebenso absurd wie die Vorstellung, zu Entwickelnde als Reservearmee für die hiesige Volkswirtschaft zu nutzen.

    Was es jetzt braucht, ist die Herrschaft des gesunden Menschenverstandes und das Ende morbider Ideologien.

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