Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin darf nicht sterben!

In 10 Tagen steht Berlin – wie bisher alle 2 Jahre – wieder im Mittelpunkt der weltweiten Luft- und Raumfahrtindustrie, wenn die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA  beginnt. Leider wohl das letzte Mal, da der Aufsichtsrat der Messe Berlin GmbH mit Unterstützung des rot-rot-grünen Senats sang- und klanglos beschlossen hat, diese Messe nicht mehr weiter betreiben zu wollen. Das ist, auch wenn rein betriebswirtschaftliche Gründe dafür sprechen mögen, politisch eine völlig falsche Weichenstellung und ein weiterer Tritt gegen Berlin als international relevanter Standort!

Daher beantragt die AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus im nächsten Plenum, alles zu unternehmen, dieses Entscheidung rückgängig zu machen. In der Begründung des AfD-Antrags heißt es:

“Berlin ist mit Le Bourget bei Paris und Farnborough in Großbritannien die wichtigste Industriemesse der Luft- und Raumfahrt in Europa, die alle zwei Jahre die internationale Luftfahrtbranche nach Deutschland in die Hauptstadtregion bringt, mit all den positiven gesamtwirtschaftlichen Faktoren. Darüber hinaus ist sie ein sehr beliebter Publikumsmagnet nicht nur für die Berliner und Brandenburger, sondern für alle Luft- und Raumfahrtinteressierten in Deutschland und Europa. Die Aufgabe der ILA wäre als weiterer internationaler Imageverlust in der Luftverkehrsindustrie für Berlin ein fatales Signal, der auch Deutschlands industriepolitische Reputation beeinträchtigt. Daher hat die Berliner Politik hier die Pflicht, die Erhaltung der ILA am Standort Berlin als eine standortpolitische Priorität zu begreifen und sich dafür einzusetzen.”

Unabhängig von der rein politischen Brisanz und Aktualität der Standortfrage verbindet mich mit der ILA auch eine persönliche Geschichte. Denn im Jahr 2000 hatte ich mit meiner Fa. CONSAL Wirtschaftsberatung für Lateinamerika eine zweitägige internationale Fachkonferenz auf und in Zusammenarbeit mit der ILA Berlin 2000 organisiert und die damals wichtigsten Akteure der lateinamerikanischen Flughafenindustrie nach Berlin geholt: Der “Lateinamerikanisch – Europäische Airport-Dialog” brachte im offiziellen Konferenzteil der Internationalen Luft-und Raumfahrtausstellung ILA 2000 im Kontext der damaligen Privatisierungsabsichten lateinamerikanischer Länder internationale Flughafenbetreiber mit europäischen Investoren zusammen, darunter auch die damalige Chefin der Privatisierungsabteilung der brasilianischen nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES).

Berlin war damals wie heute ein sehr spannender Tagungsort und die ILA war der perfekte Rahmen für ein solches Konferenzprogramm. Der erste Tag fand im Roten Rathaus inklusive eines Empfangs des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen statt, während der zweite Tag auf dem Messegelände auf dem Flughafen in einem Konferenzzelt stattfand.

Auch wenn dieser Event, den ich vor 18 Jahren im Rahmen der ILA organisieren konnte, schon lange her ist, erinnere ich mich,  – auch durch Bestätigung der persönlichen Kontakte, die geblieben sind – an die Begeisterung über den Standort Berlin.

Weil wir aber nicht rückwärtsgewandt und nostalgisch denken, sondern mit Blick auf eine gute Zukunft für unsere Stadt und die Bürger Berlins, halten wir es für wichtig und richtig, dass diese weltweit wachsende Branche weiterhin in Berlin alle 2 Jahre zusammenkommt. Oder wird es dem Senat langsam peinlich, auch in 2 Jahren der international staundenden Öffentlichkeit erneut sagen zu müssen, dass es mit dem BER als (Groß?)Flughafen wieder mal (noch) nichts geworden ist?

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