Die AfD – das Missverständnis des DIW und die Statistik

Das DIW behauptet in einer Studie im Rahmen des Umfragetools des Sozioökomomischen Panels, dass rund 30% der Wähler von NPD, Republikanern und „Die Rechte“ bei der Bundestagswahl 2013 heute die AfD wählen. Der gemeinsame Stimmenanteil dieser drei Parteien betrug aber bei der Bundestagswahl 2013 nur 1,5%. Nur 30% davon sind 0,4% bis 0,5% der Wählerschaft.

Wenn wir ein Umfrageergebnis von 12% für die AfD unterstellen, kommen genau nur fünf Prozent der AfD-Wähler von rechtsaußen, die restlichen 95% aber nicht. Die kommen offensichtlich aus der Mitte der Gesellschaft: CDU, SPD und – die kaum mehr vorhandene FDP.

Zugleich sagen die Zahlen von DIW, dass ca. 0,8% unserer 12% von der Linkspartei kommen, also doppelt soviel wie von Rechtsaußen. Zudem sind Zweidrittel der rechtsaußen-Wähler bei ihrer alten Partei geblieben. Der  Autor der Studie sagte auch, dass es rechte bzw. Rechtsaußenpositionen natürlich genauso auch in den anderen Parteien gäbe. Auch die Landtagswahlen haben gezeigt: Seit die AfD antritt, verlieren die Rechtsaußenparteien, verschwinden aber nicht.

In der Pressekonferenz beim DIW sagte ich dazu auf der Basis des präsentierten Balkendiagramms (s. unten), das aussagen soll, von welchen Parteien, an die sich die Befragten langfristig gebunden fühlten, die AfD in den letzten 3 Jahren ihre Stimmen bekommen hat: „Ihre Zahlen lassen sich doch so lesen, dass die AfD die neue Volkspartei ist, da sie offensichtlich gleichmäßig von allen Parteiblöcken zugewonnen hat.“ Da war er sprachlos.

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Das ganze Vorhaben des DIW war vom gewollten Ergebnis, also vom Ende her gedacht: Um die Schlagzeilen zu bringen, die es denn auch – exemplarisch wieder bei ZEIT onlie – gab: AfD Wähler seien tendenziell mehr jung, rechts (oder noch schlimmer), ungebildet, ostig.

Allein der Ansatz: Nämlich nach Langfristbindungen zu fragen, macht bei einer Partei, die gerade seit 3 Jahren existiert, keinerlei Sinn. Allerdings der Befund, dass die AfD in dieser kurzen Zeit eine höhere Wählerbindung erreicht hat, als die FDP in den ganzen Jahren ihrer (ihr abhanden gekommenen) Existenz hat die zuhörenden Journalisten im Grunde ratlos zurückgelassen. Da wußten sie aber schon, was sie schreiben sollten…

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