Antwort auf die Frage von Hans-Thomas Tillschneider (Patriotische Plattform): Was ist schlimmer – Merkel oder einer, der „Neger“ sagt?

Hans-Thomas Tillschneider hat auf Facebook eine Frage gestellt:

„Was ist schlimmer? Wenn einer in einer Chatgruppe ein solches Bild mit solchem Kommentar postet oder wenn eine Angela Merkel hundertausende Wohlstandsmigranten zum Schaden des deutschen Volkes ins Land läßt? Diese ganze Aufregung darum, daß irgendeiner irgendwo “Neger” oder “SS” oder meinetwegen auch “Hitler” gesagt hat, ist vor allem eines: hochgradig lächerlich.“

Und ich gebe ihm im Sinne des ZK (zentralen Kerns) der AfD folgende Antwort:

1.

Es wird eine Frage gestellt, die sich so gar nicht stellt. Das macht sie für eher schlichte Gemüter zu einer ganz tollen Frage. Weil natürlich die faktisch-praktische Dimension der illegalen Massenmigration, die sich die Bundeskanzlerin und ihr Kabinett zuschreiben lassen muss, in keinem Verhältnis in der lebensweltlichen Relevanz steht zu dem, was manche Ver(w)irrte aus AfD-Kreisen immer mal wieder idiotischerweise verlauten lassen oder posten. Und so werden schlichte Gemüter sich beruhigen und sagen, lasst die doch reden, die Deppen, hat ja keine echte Relevanz, was die von sich geben. Was die Merkel macht, das ist der Skandal.

2.

Und das ist leider zu kurz gegriffen. Warum?

Weil beides nichts miteinander zu tun hat. Es sind zwei völlig verschiedene Sphären, die hier rhetorisch vermischt werden.

Natürlich ist die völlig undifferenzierte und ungesteuerte Flüchtlingsrettungspolitik falsch und gefährlich und muss gestoppt werden. Darüber besteht Konsens in der #AfD (und – hinter vorgehaltener Hand auch bei Teilen von #CDU und #CSU). Das wissen auch die Bürger und Wähler draußen, dass das die einhellige AfD-Position ist. Und auch darum – aber weiß Gott eben nicht nur! – werden wir gewählt.

Das Problem ist allerdings – und nur darum geht es jetzt hier in der parteistrategischen Grundfrage, die Tillschneider ins Lächerliche zieht, –  warum werden wir nicht entsprechend dem Grad der Unzufriedenheit gewählt, obwohl die anderen Parteien so eklatant versagen bzw. 69% der Wähler eher unzufrieden mit der Flüchtlingspolitik sind bzw. ihr ablehnend gegenüberstehen? Hier kommen jetzt doch die Über- bzw. schlicht falsch-Motivierten in voller Breite ins Spiel: Weil die von Tillschneider als lächerlich bezeichneten scheinbaren Petitessen von diesen wenigen lauten AfDlern mit der ganzen Wucht schaden, mit der die Medien diese gegen die ganze Partei in Mithaftung nehmend skandalisieren. Ganz einfach!

Es ist doch nicht so schwer zu begreifen: Wer Merkel weg haben will und das ist Konsens der AfD, der muss begreifen, dass er Vertrauen bei der Mehrheit der Wähler gewinnen muss, eingedenk der Tatsache, dass der Wähler nicht so mutig ist, wie der AfD-Funktionär oder Schon-AfD-Wähler, der bereits eine soziale Ächtung erfahren und gelernt hat, damit irgendwie umzugehen.

Es geht nicht darum, sich als AfD mutig den “System”-Medien entgegenzustellen und in diesem asymetrischen Machtgefälle – denn die Medien sind suchdringender und stärker – Paroli zu bieten, auch nicht darum, als AfD nicht über jedes Stöckchen zu springen, sondern es geht darum, ihnen just kein solches mehr hinzuhalten. Es geht jetzt darum, den eher nicht so mutigen Wähler da abzuholen, wo er ist: verunsichert ob der Lage in Deutschland, eine neue politische Heimat suchend, aber eben doch soweit abgeschreckt, sie – aufgrund der erfolgreichen Anti-AfD-Medienfront – nicht bei uns erkennen zu können.

Der Wähler ist ein scheues Reh. Das soll und darf nicht verschreckt werden, wenn wir Erfolg haben wollen. Und die Nazi-Keule verschreckt! Verschreckt ganz erfolgreich. Und diejenigen, die die Medien dementsprechend bedienen, eben auch. Die Medien machen da – im Verbund mit denen, die da „Neger“ oder “Hitler” sagen, ganze Arbeit. Wer das nicht einsieht und versteht, denkt nicht politisch, denkt politisch unklug, nein, ganz einfach: politisch dumm! Der ist kein politisch Ganzer, sondern politisch ein Depp!

 

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Absolut zutreffend. Auch ich habe in den letzten Monaten und Wochen, in Gesprächen mit Leuten unterschiedlichster Couleur erfahren, dass sich Aufgrund einiger ( ob einfach nur aus Dummheit, unüberlegt, versehentlich oder aus emotional begründetem Ärger, sei dahingestellt ) öffentlicher Äußerungen von Parteimitgliedern, Personen aus der Mitte der dt. Bevölkerung wieder von der AfD abgewandt haben. Leider! Dies macht alle Mühen der Abgeordneten in den Parlamenten zunichte, welche gute Arbeit leisten, durch ihre Anträge und Beiträge in den Debatten. So verliert man potentielle und ohnehin schon – aus verschiedensten Gründen – verängstigte und verunsicherte Wähler, welche dann eher, dass ihnen bekannte ” Übel ” wählen und jeglicher vermeintlicher Stigmatisierung aus dem Weg gehen, als sich mit dem Programm der AfD auseinanderzusetzen.

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